{"id":1226,"date":"2022-01-11T16:06:27","date_gmt":"2022-01-11T15:06:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.himbeergelb.ch\/?p=1226"},"modified":"2022-01-11T20:55:03","modified_gmt":"2022-01-11T19:55:03","slug":"truegerische-allergendeklaration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.himbeergelb.ch\/?p=1226","title":{"rendered":"Tr\u00fcgerische Allergendeklaration"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wer verarbeitete Produkte kauft &#8211; und sei es nur eine Packung Mehl &#8211; muss als Allergiker die genauen Inhaltsangaben lesen. Gl\u00fccklicherweise steht da ja alles drauf, was drin ist. Oder etwa nicht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Welch ein Gl\u00fcck! Ich entdecke ein eine Zartbitterkuvert\u00fcre beim hiesigen Grossverteiler, die keine Allergene enth\u00e4lt! Ist das m\u00f6glich? Ich bin misstrauisch, denn Schokolade ist grunds\u00e4tzlich sehr schwierig ohne Allergen-Spuren (v.a. N\u00fcsse, Milch) zu bekommen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich frage nach. Kontaktiere den Produzenten vorab per Mail und frage nach m\u00f6glichen Spuren. Er best\u00e4tigt mir, was ich bereits weiss: Allergene werden nur dann deklariert, wenn bei einer Stichprobe mehr als 1g des Allergens in einem Kilogramm des Produkts gefunden wird. So schreibt es das Schweizer Gesetz vor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Woher kommen Spuren?<\/h2>\n\n\n\n<p>Spuren k\u00f6nnen in einem Produkt landen, wenn beispielsweise in derselben Produktionsst\u00e4tte noch andere Lebensmittel verarbeitet werden. Wenn also ein Schokoladenproduzent nicht nur Zartbitterschokolade verarbeitet, sondern auch solche mit N\u00fcssen und Milch.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind \u00fcbrigens 14 Hauptallergene, die diese Kennzeichnungspflicht seit 2017 bzw. 2018 betrifft: Eier, Milch, Erdn\u00fcsse, glutenhaltiges Getreide, Fisch, Krebstiere, Weichtiere, Soja, Sesam, Senf, Sellerie, Schalenfr\u00fcchte (N\u00fcsse), Lupine, Schwefeldioxid. Dazu geh\u00f6ren auch die Erzeugnisse aus diesen Lebensmitteln. Diese 14 sind als die h\u00e4ufigsten und schwerwiegendsten Allergieausl\u00f6ser definiert worden. Grunds\u00e4tzlich kann man aber auch auf andere Lebensmittel allergisch reagieren, wie auf Mais oder Reis.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet das?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Allergendeklaration hat ein Problem: den Schwellenwert. Der ist hierzulande so hoch angesetzt, dass selbst ohne Spurendeklaration eine allergische Reaktion durchaus realistisch ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Vergleich: In der EU richten sich die Beh\u00f6rden nach Empfehlungen (keine gesetzlichen Werte!), die deutlich tiefer sind. Diese orientieren sich an jenem Wert, der nach wissenschaftlichen Erkenntnissen keine allergische Reaktion hervorruft. Diese Empfehlung liegt beispielsweise bei Milch bei 2.5 mg\/kg &#8211; in der Schweiz sind es 1000 mg\/kg.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkret heisst das also, dass in der EU 400 Mal weniger des Allergens in einem Produkt vorkommen darf, als es hierzulande gesetzlich festgehalten ist. Erg\u00e4nzend m\u00f6chte ich hier festhalten, dass in der EU die Richtwerte je nach Allergen variieren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Allergendeklaration (z.B. von Milch) im Vergleich:<\/strong><br><strong>CH Deklaration ab 1000 mg\/kg<\/strong><br><strong>EU Deklaration ab 2.5 mg\/kg<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<p>Ein veganes, kokosbasiertes Joghurt von 150 g kann in der Schweiz ohne Deklaration trotzdem 150 mg Milch enthalten, in der EU w\u00e4ren es nur 0.4 mg. Man kann sich denken, was die Folgen f\u00fcr Allergiker sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) antwortet auf meine Anfrage hin, dass es keinen Handlungsbedarf g\u00e4be und man eine \u00dcberdeklaration vermeiden m\u00f6chte. Ich als Betroffene sehe aber durchaus Verbesserungsm\u00f6glichkeiten bei der Allergendeklaration. Ich m\u00f6chte nicht jedes einzelne Produkt pers\u00f6nlich nochmals abkl\u00e4ren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin weiterhin im Austausch mit dem BLV und anderen Stellen. Ich halte euch gerne auf dem Laufenden!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:48px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Noch als Erg\u00e4nzung, da Gluten im Beitragsbild genannt wird: Gluten muss bereits ab 200 mg\/kg deklariert werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Genauere Informationen findet ihr hier: <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2017\/158\/de#a10\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2017\/158\/de#a10\">Verordnung des EDI betreffend die Information \u00fcber Lebensmittel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer verarbeitete Produkte kauft &#8211; und sei es nur eine Packung Mehl &#8211; muss als Allergiker die genauen Inhaltsangaben lesen. Gl\u00fccklicherweise steht da ja alles drauf, was drin ist. 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